Forum Demenz 21. März 2018

FORUM DEMENZ_21_03_2018_INVITATION

Plan démence national: Suivi illustré par 4 projets réalisés

Das gut besuchte Forum Demenz der Association luxembourgeoise de gérontologie/gériatrie (ALGG) stand am 21. März 2018 ganz im Zeichen der verschiedenen landesweiten Inititiativen, die im Rahmen des 2013 offiziell verabschiedeten nationalen Demenzplans lanciert wurden. Es wurde von der ALGG in Zusammenarbeit mit der Société médicale luxembourgeoise de gériatrie et gérontologie (SMLGG) und mit Unterstützung der Uni Luxemburg auf dem Campus Belval organisiert.

Nach der Begrüßung von ALGG-Präsidentin Dr. Carine Federspiel hatten Dr. Françoise Berthet vom Gesundheitsministerium (Division de la médecine curative et de la qualité en santé) sowie Lydie Diederich (Association Luxembourg Alzheimer) Gelegenheit, den neuen Leitfaden „Menschen mit Demenz im Krankenhaus” vorzustellen. Ein Thema, das seit langem kontrovers diskutiert wird, da die Versorgung dieser Patientengruppe im Hinblick auf ihre besonderen Bedürfnisse dringend verbesserungswürdig ist und zum Teil eklatante Mängel bestehen, z.B. was den Einsatz freiheitsentziehender Maßnahmen anbelangt.

Der Leitfaden ist somit ein erster Schritt in die richtige Richtung, in dem er, so Dr. Berthet, Empfehlungen im Sinne von gezielten bonnes pratiques ausspricht. Diese müssten in Zukunft von allen Mitarbeitern und Direktionen getragen und in die Praxis umgesetzt werden. Auch das neue Gesetz im Hinblick auf den Plan hospitalier schenkt von neuro-degenerativen Erkrankungen betroffenen Patienten explizit größere Beachtung: «Il s’agit de définir une approche pluridisciplinaire pour chaque service et de créer des réseaux de compétences afin de garantir une prise en charge complète », betonte Dr. Berthet. Lydie Diederich erläuterte anschließend, welche konkreten Maßnahmen es nunmehr zu ergreifen gelte , so z.B. eine generell bessere Anpassung des Klinikalltags an Menschen mit Demenz, stärkere Begleitung bzw. Einbindung der Angehörigen (Förderung von rooming in), geeignete Essensangebote zur Vermeidung von Mangel- und Unterernährung, spezifische Fort- und Weiterbildungen für Klinikpersonal sowie Einsatz von speziellen „Demenz-Lotsen”. In der Ausbildung von Ärzten und Pflegekräften sollten vermehrt Fragen der Haltung zu älteren Menschen und Demenzkranken sowie eine Handlungssicherheit für ethisch-rechtliche Fragen vermittelt werden. Auch die Erstellung einer sicheren Datengrundlage über die Prävalenz der Demenzen in Luxemburger Akutkliniken sollte gefördert werden.

Das „Programm Demenz Prävention” (pdp), das inzwischen in einer zweiten Phase vom Luxembourg Centre for Systems Biomedicine unter der Leitung von Prof. Dr. Reijko Krüger an der Uni Luxemburg weitergeführt wird, ist ein weiterer Baustein des nationalen Demenzplans. Es richtet sich ausschließlich an Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen (Mild Cognitive Impairment, MCI), deren Verlauf mit Hilfe gezielter, individueller Präventionsangebote (z.B. Bewegung, Ernährung oder Gehirntraining) verzögert werden soll. Um an dem kostenlosen Programm teilnehmen zu können, ist eine ärztliche Überweisung erforderlich, wenn eine leichte Leistungsminderung des Gehirns vermutet wird. Verantwortlich für die Durchführung umfassender neuropsychologischer Tests sowie der Erstellung des anschließenden Präventionsprogramms ist die Neuropsychologin Jennifer Kemp, die die Vorgehensweise des pdp anschaulich erläuterte.

Jean-Marie Desbordes, Direktor des Info-Zenter Demenz, gab nach der Pause Einblicke in die vielseitigen Aktivitäten der im November 2016 offiziell eingeweihten Struktur. Als „neutraler Multiplikator” in Sachen Information, Orientation und Sensibilisierung sind Desbordes und seine Mitarbeiterinnen Tara Jung und Isabel Pereira seither landesweit unterwegs, stehen aber auch für ausführliche Gespräche in den Räumlichkeiten des Info-Zenters in der Rue des Bains in Luxemburg-Stadt zur Verfügung.

Abschließend skizzierte Dr. Murielle Weydert vom Familienministerium die Etappen bzw. Module der insgesamt fünftägigen Weiterbildung Psychogeriatrie. Simon Groß (RBS-Center fir Altersfroen) präsentierte die zu diesem Zweck eigens gedrehten Videos als didaktisches Mittel für das Modul „Umgang mit herausforderndem Verhalten” und erläuterte deren Einsatz. Denis Mancini (Association Luxembourg Alzheimer) wies auf die Leitlinien des Moduls „Basiswissen Demenz” hin, die auf einem auffällig gestalteten Plakat unter den Punkten Demenz, Haltung, Schutzmaßnahmen und Ernährung zusammengefasst sind. Die Plakate sollen ebenfalls als didaktisches Mittel in hausinternen Demenzschulungen genutzt sowie innerhalb der Häuser gut sichtbar aufgehängt werden. Sie sind auf deutsch und fränzösisch beim Familienministerium erhältlich. In Planung sind derzeit die Module Kommunikation (mit den Schwerpunkten Sexualität und Dysthymie) sowie Qualität.

Weitere Infos zu den Initiativen auf www.demenz.lu. Der Leitfaden „Menschen mit Demenz im Krankenhaus” wird in Kürze beim Gesundheitsministerium erhältlich sein.

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